ein autobiographisches Tanztheaterstück von Heike Hennig & Co (wurde unter dem Titel Tanz mit der Zeit für ZDF, ARTE, Kino, DVD, verfilmt und als Buch herausgebracht)
“...es ist ein Gewinn, dies noch einmal
gewagt zu haben...” Kulturzeit 3sat
Auf Einladung der Leipziger Choreographin
Heike Hennig kehrten im Februar 2006 vier ehemalige TänzerInnen der Oper Leipzig auf die Bühne zurück. In dem Tanzstück “Zeit - tanzen seit 1927” erzählen und tanzen Ursula Cain, Christa Franze (beide 1927
geboren), Horst Dittmann (geb. 1943) und Siegfried Pröhlß (geb. 1934) ihr Leben.
Die Brüche in den Biographien, das
Gedächtnis des Körpers, dem die Bewegungen auch nach Jahrzehnten eingeschrieben sind, Alter und Vergänglichkeit - Hoffnung und Stärke sind die Themen, die in Tanz, Musik und Sprache fühl- und sichtbar werden. Es
geht nicht um Perfektion, sondern um auf ganz einfache Weise an etwas zu erinnern.
Das Stück zeichnet ein Bild über das Hier
und Jetzt älterer Menschen und geht der Frage nach, welchen Platz sie in unserer Gesellschaft einnehmen. In Variationen von moderner und klassischer Tanztechnik, Improvisation, Sprache und Musik erzählt
diese Produktion über Alter, aber auch Hoffnung und Stärke jenseits von Nostalgie und Schönheitswahn. Der Körper eines Menschen - hier eines Tänzers - als Verortung eines gesellschaftlichen
Veränderungsprozesses. Überalterung, schleichender Zerfall und Stillstand - oder Reaktivierung, Genuss und Gelassenheit, hohe Vitalitäts- und Ausdauerraten.
Inszenierung
Idee & Choreographie & Regie: Heike Hennig
Tanz: Ursula Cain, Siegfried Prölß, Christa Franze, Horst Dittmann Sound: DJ cfm (Ammer & Console, Philipp Glass, Bach, Mahler, u. a.) Bühne/Grafik: miex
Lyrik: Christa Franze Assistenz: Solveig Butz Licht: Michael Münster Dramaturgische Beratung: Heike Albrecht Künstlerische Leitung: Friedrich U. Minkus
Premiere - Uraufführung:
25. Februar 2006 Spielplan des FZTM
OPER Leipzig unplugged Aufführungen jeweils 20 Uhr: 26. Februar 2006 4. und 5. März 2006 27. und 28. Mai 2006 21. und 22. Oktober 2006
18. und 19. November 2006 (Aufzeichnung für den Film Tanz mit der Zeit)
Gastspiele
26. und 27. April 2006, Tanzwoche Dresden
14. und 15. Oktober 2006, Zur Eröffnung des RadialsystemBerlin canceled aus gesundheitlichen Gründen
27. Mai 2006 Ausstellungseröffnung
mit Tanzfotos von Siegfried Prölß im Foyer des Kellertheaters der Oper Leipzig
21. Oktober 2009 Podiumsdiskussion
“Tanz Dein Leben - Tänzerbiographien” mit Dr. Franz Anton Cramer (Tanzwissenschaftler und Publizist), Melanie Gruß (Tanzarchiv Leipzig), Heike Hennig und Company im Anschluss an die Aufführung im Kellertheater
Vitas der der Protagonisten Hennig & Co
unter Künstler
Die Protagonisten können Sie mit ihren
jungen TänzerKollegen in unserer aktuellen Tanzproduktion “ZeitSprünge” auf der Bühne,
in dem Dokumentarfilm “Tanz mit der Zeit” für Kino ARTE, ZDF und in dem gleichnamigen Buch erleben.
Pressestimmen
Lebendige Tanzgeschichte - “Bis vor kurzem
hätte Ursula Cain noch jeden für verrückt erklärt, der ihr prophezeit hätte, dass sie mit 78 noch einmal auf der Bühne tanzen würde. Doch seit Herbst trainiert die einstige Primaballerina des Leipziger
Balletts mit drei früheren Kollegen und der Choreographin Heike Hennig wieder Schrittfolgen und Bewegungssequenzen - für einen eigenen Auftritt im Kellertheater des Opernhauses. Schon jetzt sind nach der
Premiere am 25. Februar drei Folgevorstellungen angesetzt. Nur noch Restkarten gibt es zu kaufen...” Kreuzer 02/2006
“Tanzen, nur langsamer - Die Karriere eines
Tänzers endet spätestens mit 40. Zu müde die Knochen, geschunden die Gelenke, unästhetisch. Irrtum, sagt Heike Hennig, 39, Chroreografin in Leipzig - der Jugendwahn gefällt ihr nicht...” Chrismon 02/2006
“Weltall, Erde, Tanz - “Ich lebe von
Tabletten”, sagt Dittman zwar. Doch zugleich ist er derjenige der in “Zeit” am meisten wagt. Sein Bodensolo ist quasi eine Verbeugung vor Hennigs Tanzstil. Ansonsten musste die Choreographin allerdings
Abstriche machen. “Hochleistungssport können wir nicht mehr”, meint Dittmann. Dafür Persönlichkeit einbringen. Gut so. Die Proben vermitteln den Eindruck eines feinsinnigen, packenden Abends, gespickt
mit sanfter Ironie, etwa, wenn Ursula Cain den Stuhl nicht heben kann.” LVZ 02/2006
“Betagte Balettprofis - Tänzer mit über 60
wieder auf der Theaterbühne - Dabei versuchen die betagten Tänzer nicht das Unmögliche, streben nicht nach Perfektion. Es soll ja nichts außergewöhnlich Spektakuläres sein, sagt Horst Dittmann. Es
geht um die Zusammenarbeit von alten und jungen Menschen, um gegenseitige Akzeptanz und Toleranz. Und Heike Hennig ergänzt: Das Publikum soll seine eigenen Grenzen, seine eigene Zerbrechlichkeit kennen lernen.Und
was bekommt der Theaterbesucher? Heike Hennig denkt kurz nach, dann lächelt sie und sagt: Eine Ladung Leben.” ddp 02/2006
“Tanzen sollte keine Frage des Alters sein!
- Subtil beginnt das Stück von hinten, mit dem Schlussapplaus. Schon mal eine dicke Anerkennung dafür, sich im hohen Alter auf das Abenteuer dieses Tanzabends eingelassen zu haben. Ursula Cain, eine kleine
zerbrechliche alte Dame fängt an, uns aus ihrem Leben zu berichten. Eine wunderbare Idee: vier ehemalige Mitglieder des Leipziger Balletts, inzwischen dreiundsechzig bis neunundsiebzig Jahren
alt, noch mal zusammen auf die Bühne zu bringen” Steffen Kühn, Almanach Kulturtagebuch 03/2006
“...Beinahe ein Jahrhundert Geschichte und
Politik sind da zu sehen und zu hören. Und internationale Tanzgeschichte! Von den Ursprüngen des modernen Tanzes bei Mary Wigman, Dore Hoyer, Gret Palucca in Dresden bis hin zur aktuellen Körperforschung, mit
der junge Choreographinnen wie Heike Hennig an eben diese Wurzeln erinnern.” Stefanie Möller in LVZ vom 27.Feb.06
Beitrag im Kulturmagazin artour des mdr am
09.03.06 ab 22.05 Uhr und kulturzeit auf 3sat vom 20.03.06 ab 19.30 Uhr >>>
Mitschnitt von Beträgen mit Interview im
Radio dlf, mdr, wdr, sdr sowie DVD auf Anfrage
Zuschauerreaktion von Herrn Steffen C. aus
Bad Wörishofen
“... Ich muss Sie und Ihre Tänzerinnen und
Tänzer auf diesem Wege ganz herzlich umarmen und Ihnen Danke sagen für die Idee, den Mut und die Kraft zu diesem Projekt. Wahnsinnig! Umwerfend! Grandios! Allein die Kenntnis von Ihrem Tanzstück setzt Energien
frei und macht Lust auf das Altwerden....”
Produktion: HEIKE HENNIG & Co unter Leitung von
Friedrich U. Minkus in Koproduktion mit dem FZTM Leipzig, in Zusammenarbeit mit der Oper Leipzig und der Tanzbühne Dresden Gefördert durch: Kulturstiftung des Freistaates
Sachsen, Kulturamt der Stadt Leipzig, Fonds Darstellende Künste e.V. und Minkus-Architekten
Dank an: Oliver Reiner und dem Team der Villa
Leipzig, Ingo Karge, Sonja Ruf, Werner Hennig, Felix Nikolaus Minkus, Thomas Hollick, Dr. Sabine Dietmann und Horst
Ausgangspunkt für “Zeit - tanzen seit 1927”
war im Juli 05 p66shc Tanz - Film - Forschung - mehr Info >>>
Time - dancing since 1927 – an autobiographical dance theater by Heike Hennig & Co
”...it is benefitial to have ventured this
again...” Kulturzeit 3sat
In 2006 Heike Hennig invited four former
professional dancers of the Opera Leipzig, Ursula Cain, Christa Franze (both born in 1927), Horst Dittmann (born in 1943) and Siegfried Prölß (born in 1934) to come back to the stage to dance their historical life
-stories.
The disruptions within their biographies,
memory of bodies, which show inscriptions of movements even after decades, age and transience - hope and strength are the themes, which are perceptible (sensible and visible) in dance, music and language. It’s
not about perfection, but about memory.
Within the piece we can see a picture about
the here and now of aged people and discusses the question of their place in our society. Within variations of modern and classical dance, improvisation, language and music, this production talks
about age, and also hope and strength beyond nostalgia and the delusion of beauty. The body of a human being, of a dancer, is the place of a process of change of society. Between increases in the
percentage of elderly people, slow decay and standstill - or reactivating, enjoyment and calmness, high rates of vitality and endurance.